Gleiche Rechte für Ungleiche

Mehr als 400.000 Besucher strömten Mitte Juni zum lesbisch-schwulen Stadtfest im Motzstraßen-Kiez. Bereits zum 22. Mal hatte der Regenbogenfonds eingeladen und im Programmheft warme Worte gefunden: "Das Stadtfest ist ein Fest der Liebe. Deshalb haben Diskriminierung und Rassismus bei uns keinen Platz."

Wir Queer-Springer hatten unsere Pagode in der "Sportwelt" in der Fuggerstraße aufgebaut, neben den Hertha-Junxx. Die Sportwelt stand ganz im Zeichen der Queerspiele, die Ende August in Lindow ausgetragen werden. So konnten die Gäste an den unterschiedlichen Ständen sportliche Aufgaben lösen und kleine Preise gewinnen. Die Queerspiele wurden – neben manCheck – für die schönste und kreativste Standpräsentation ausgezeichnet.

Unser Stand war sehr gut besucht, es wurde emsig auf 3 Brettern gespielt. Vom blutigen Amateur bis zum höchst ambitionierten Vereinsspieler reichte das Spektrum der Kontrahenten, die uns herausforderten. Axel indes kann auch ohne Brett spielen und forderte zum Blind-Simultan-Match. Helmut, unser Jugendtrainer, brachte einem siebenjährigen Mädchen in verblüffender Geschwindigkeit die Grundzüge des Schachs bei. Es gab auch ein herzliches Wiedersehen mit ehemaligen Queer-Springern.

Prominentester Besucher war Herthinho, das bärige Maskottchen des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC. Er zog 1. h4 – führt das schnelle Spiel über die Flügel auch beim Schach zum Erfolg?

Viele Queer-Springer haben mitgeholfen, herzlichen Dank! Bis auf kurze Wetterkapriolen hat alles wunderbar funktioniert. Aber das war wohl ein Zeichen, schließlich gibt es ohne Regen auch keinen Regenbogen.