Queer-Springer SSV

Schachsportverein
für Schwule & Lesben

Jeden Sonntag und jeden Donnerstag um 20 Uhr: Unser Q-Team in der Lichess-Quarantäneliga

Klassenturniere 2010 - Blog

Mittwoch, 16. Juni 2010

Danke für die Schachsuppe

von WolfgangB • 11:10 • 9. RundeKeine Kommentare

Gestern gingen die Kreuzberger Klassenturniere zuende.
In der B-Klasse konnten Wanja und ich unsere Spielberechtigung behaupten, womit wir zufrieden sein können... ;-)
(Ein zerknirschter) Marc hat bereits berichtet, wie es ihm in der C-Klasse erging. Und Markus - der mit seinen Gedanken sicher längst ausschließlich bei der Fußball-WM ist - wird mit seinem Abschneiden in der D-Klasse auch leben können. (Markus: nächstes Jahr gibt's von mir für j e d e n vollen Punkt ein Weizenbier!)
Mein Gegner aus der letzten Runde hat mir - natürlich auf nette Weise - vorsorglich untersagt, irgendwelche Diagramme aus der Schlußphase unserer gestrigen Partie ins Internet zu stellen! Er bezog sich dabei auf gewisse redundante Vorkommnisse in diesem Blog. Ich komme seinem Wunsch gern nach, da ich ganz seiner Meinung bin. Wir werden uns bemühen, bei der Auswahl von Diagrammen noch etwas stilsicherer zu werden.

Es waren ein paar schöne Schachabende bei sommerlichem Wetter in der Kreuzberger Villa Kunterbunt. Wir können diese Turniere nur jedem empfehlen: gut zu erreichen, gute Organisation (Dank an Ergun), und nette Leute. Bis zum nächsten Jahr!

Hier kann man sich die Ergebnisse ansehen: http://www.schachclubkreuzberg.de/?page_id=424

Der Satz mit X...

von MarcR • 01:57 • 9. RundeKeine Kommentare

Zu den schlimmsten Situationen im Schach, zumindest für mich, gehört es, wenn man weiß, dass man auf Gewinn steht, man aber nicht weiß, wie man die Stellung tatsächlich gewinnen soll. Dieses Gefühl der Unzulänglichkeit und Ohnmacht macht mich rasend. Und der Hass auf den Gegner, weil er nicht einfach aufgibt.

Die Partie der letzten Runde begann für mich perfekt. Mein Gegner, Reinhard Bullig, kannte die Eröffnung nicht, stellte früh einen Bauern ein und ich stand einfach gut. Allerdings fand ich mal wieder keinen Plan, spielte idiotische Sinnloszüge und ließ ihm dadurch schon völlig unnötige Chancen.

Trotzdem bekam ich, nach einem zweiten Patzer von Weiß, ein wohl gewonnenes Endspiel (mit Mehr-Freibauer), mein Gegner schmiss sogar noch eine Qualität hinterher, in der Hoffnung, meinem König zusetzen zu können, was aber nicht klappte.

Nach dem 40. Zug sah es so aus:


und 18 Züge später so:


in diesen 18 Zügen hat Weiß 15-mal mit der Dame Schach gegeben, und ich kam einfach nicht aus diesen Scheiß-Schachs raus. Und im 58. Zug machte mich mein Gegner dann darauf aufmerksam, dass meine Zeit gefallen war.
Ach ja, ein Remis, das er mir angeboten hat (und das mir zum Aufstieg wahrscheinlich gereicht hätte), hatte ich abgelehnt.
Ich war stinksauer! So sauer, dass ich im Frust sogar vergessen hab, dass ich noch einen Kaffee bezahlen musste und einfach nach Hause gefahren bin. Peinlich! Lieber SC Kreuzberg, es war keine böse Absicht, und wenn ich das nächste Mal wieder bei Euch bin, bezahle ich ihn, versprochen!!

Auf dem Weg nach Hause war es kalt und ich nur mit dem T-Shirt auf dem Rad. Das gab mir Gelegenheit, mich ein bisschen abzukühlen.
Meine beiden Aufstiegskonkurrenten haben ihre Partien gewonnen, so dass ich also nicht aufsteige. Herzliche Gratulation an Andreas und Robert!

Und auch wenn ich mich darüber ärgere, darf ich mich eigentlich nicht beschweren. Dass ich in der letzten Runde überhaupt noch um den Aufstieg mitgespielt hab, lag nicht an meinem tollen Schach, sondern nur an meinem unvorstellbaren Glück. Tatsächlich habe ich in den meisten Partien ziemlich schlecht gespielt und den Aufstieg deswegen auch gar nicht verdient. Auch heute habe ich phasenweise nicht gut gespielt und bin dafür ausnahmsweise mal bestraft worden. Es ist alles ok.

Freitag, 11. Juni 2010

Ein richtig falsches Opfer

von MarcR • 00:17 • 8. Runde1 Kommentar

Die Partie der 8. Runde gibt Rätsel auf.

Es war ein heißer Tag, schwüle, dicke Luft in den Kreuzberger Räumen und eine lange, komplizierte Partie wäre wahrlich kein Zuckerschlecken gewesen. Vielleicht hat mich das mit veranlasst, eine schnelle Entscheidung auf dem Brett zu suchen. Und die gab es dann auch.


Michael Glienke wählte einen Sizilianer, den er sehr schnell vortrug. Ich deutete das als häusliche Vorbereitung, während er in Wirklichkeit einfach einen Standardaufbau spielen wollte, wie er nach der Partie verriet.
Im Diagramm hatte er gerade 6. ..., Sd7 gespielt. Sicher nicht der ehrgeizigste Zug, weil es mir mehr Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf die Deckung meines Zentrums gibt als es ein Springer auf c6 getan hätte. Aber ich sah auch einen verführerischen Einschlag auf f7, gefolgt von einem Springer auf g5-e6-g7 und vielleicht einer Dame auf b3, h5 oder f3. Und hier habe ich eine riesige Dummheit gemacht: ich habe nach einer halben Stunde Nachdenken 7. Lxf7+ gespielt, obwohl ich wusste, dass dieses Opfer eigentlich nicht korrekt sein kann. Sowas darf man eigentlich nicht tun. Nicht wenn man aufsteigen will! Aber mir war irgendwie nach ein bisschen Action zumute und ich fand, wichtiger als der Aufstieg wäre es, Spaß am Schach zu haben.

Der Witz an der Sache: ich habe gerade die Partie in meine Datenbank eingegeben, und: das Opfer ist absolut korrekt!! Der Computer sieht Weiß danach bei +- 1,25! Allerdings habe ich nicht so weitergespielt, wie es der Rechner tun würde, und so kamen wir in diese Stellung:


Weiß hat jetzt eigentlich schon nichts mehr für die Figur, außer zwei Bauern und einen potentiell unsicheren schwarzen König.

Ich hatte in den letzten Zügen ständig Schachs gegeben und ich bemerkte sehr wohl, dass Michael von der Königstreiberei zunehmend genervt war. Und irgendwie ahnte ich, wenn ich jetzt 13. Dh5+ spielte, würde er seinen König nach d8 stellen, um endlich keinen Schachs mehr ausgesetzt zu sein (während nach 13. ..., Kf8 das Gröbste überstanden wäre).
Ich machte meinen Zug und wartete. Er kam ans Brett, die Spannung stieg. Er schrieb meinen Zug auf, dachte kurz nach (er spielte alle seine Züge sehr schnell), nahm seinen König und setzt ihn nach... d8 natürlich.
Meine Antwort kam prompt:


Der alte Trick! Immer wieder gern (über)sehen.
Damit war die Partie entschieden. Ich musste noch ein bisschen auf kleine Fallen aufpassen, aber eigentlich konnte nix mehr passieren und irgendwann stellte Michael die Versuche ein. [Weiter...]

Mittwoch, 9. Juni 2010

Desaster

von WolfgangB • 16:56 • 7. Runde1 Kommentar

Hallo liebe Blog-Leser,
nur der Vollständigkeit halber sei mitgeteilt, daß es gestern in Runde 7 der B-Klasse schlecht für mich gelaufen ist... gegen Schachfreund Jan (Siemensstadt) stellte ich gestern leider in einem D+T/D+T-Endspiel zweizügig meinen König ein. Gegen Wiktor hatte ich letzte Woche schon Probleme und gestern dann ein richtiges Desaster. Jan hat sehr ordentlich gespielt, das muß man schon sagen, die Freude über den Sieg sei ihm gegönnt.

Hier die Stellung:



Ich meinte, mit 35... Dxa2?? den Bauern durchaus nehmen zu können, da die Dame ja von a2 aus das Feld f7 (!) sicher deckt. Daß sich jedoch eine furchtbare Schwäche auf f6 auftut, war mir entgangen. Und so kam es denn auch. 36.Df6! und Matt auf h8 ist unabwendbar (eigentlich nicht ganz unbekannt, das Motiv...). "Shit happens" wie unser MartinG immer sagt.

Ein Trost mag sein, daß auch Großmeistern Blackouts dieser Art passieren. Im folgenden Beispiel erwischte es den starken GM Joel Benjamin, meinen Lieblingskommentator im ICC, einzügig!

Benjamin,Joel (2577) - Gulko,Boris F (2643), USA-ch Seattle 2000, Stellung nach 31... Tb8



Und hier zog Joel 32.Lxe3??, was natürlich 32...Db2# zur Folge hatte.
Für so was von New York nach Seattle reisen, macht natürlich auch keine Freude, da hatte ich es gestern abend weniger weit... ;-)

Am Donnerstag (10.6. beim SC Kreuzberg, 18 Uhr 30) spiele ich mit Weiß gegen Wanja. Wie Ihr seht, bin ich z.Z. nicht gut in Form, so daß der Ausgang durchaus offen ist, Ihr könnt gern Wetten abschließen!


Mittwoch, 2. Juni 2010

Mehr lehr- als erfolgreich

von JoachimB • 22:06 • 5. Runde1 Kommentar

Meine Erfahrungen in der BEM im En Passant waren bisher in der Summe deutlich mehr lehr- als erfolgreich. In der letzten Partie hatte ich als Schwarzer am Zug eine ganz gute Position erreicht und glaubte hier, die weiße Dame erobern zu können.


Ich zog 23 … Tf5 und wollte dann Tg5 und Sg6 folgen lassen.
Das habe ich dann auch getan. Nach 24. Dh4 Tg5 25. Se4 war … Sg6 aber alles andere als klug. Kommentar von Fritz: „Danach kann Schwarz alle Träume begraben“. Und so war es dann auch. Ihr könnt Euch sicher das schnelle Ende ausmalen...

Neueste Kommentare

Dieter Dremel, 01.07.2016 18:20, in: Sokolski doch eine gute Eröffnung?:
Arne stibitzt auch gerne mal Figuren vom Brett, wenn man grade nicht hinschaut. Ganz rotes Haar hat...

Kralle(vomBau), 17.09.2014 01:50, in: Sokolski doch eine gute Eröffnung?:
Das was Waldi gesehen hat war warscheinlich bloss die Aura Arnes und nicht sein rotes Fell xD. Ar...

Waldemar, 25.05.2014 22:27, in: Sokolski doch eine gute Eröffnung?:
Ich hab Arne mal gesehen. Nachts im Wald. Zwischen den Bäumen leuchtete sein rotes Fell hervor und...

Achim (die Wildsau), 21.10.2012 21:52, in: Sokolski doch eine gute Eröffnung?:
Ach ja der Arne. Eine echte Legende mittlerweile. Ich kann mich noch erinnern, dass er einen...

Rüdiger, 18.07.2012 22:13, in: Sokolski doch eine gute Eröffnung?:
Hallo die Herren, auch ich hatted die Gelegenheit eine Partie gegen Arnezu blitzen. Er ist ung...

WolfgangB, 11.06.2010 09:08, in: Ein richtig falsches Opfer:
Michael ist in guter Gesellschaft! Caro-Kann-Spieler kennen diese Falle/Panne aus der berühmt gewo...

MarcR, 10.06.2010 12:14, in: Desaster:
Ach, das war dann ja kein guter Tag für die Queerspringer. Wenigstens hat Markus seinen Punkt gegen...

WolfgangB, 02.06.2010 23:44, in: Mehr lehr- als erfolgreich:
Oh schade! Du hast die Gabel auf f7 übersehen? Dabei stehst Du in der Diagrammstellung prächtig! ...