Queer-Springer SSV

Schachsportverein
für Schwule & Lesben

Jeden Sonntag und jeden Donnerstag um 20 Uhr: Unser Q-Team in der Lichess-Quarantäneliga

Queerspringer-News

  Q-Meisterschaft 2011/12: Olaf weiter ungeschlagen

geschrieben von MarcR am 10.01.2012

An vier Brettern wurde gestern die 5. Runde der Vereinsmeisterschaft gespielt.

Zuerst war Joachim mit Weiß gegen Matthias fertig. Kurz nach der Eröffnung stellte Matthias wohl einen Springer ein. Beim nächsten Ton war es schon ein Turm weniger und dann gingen die beiden auch bald nach Hause.
Sehr viel länger wurde an den übrigen Brettern gespielt.

Ich musste mit Weiß gegen Wolfgang ran. Es kam Französisch aufs Brett und kurz nach der Eröffnung entschied sich Wolfgang zu einem Qualitätsopfer; allerdings nicht gegen den Springer auf f3, sondern gegen den Läufer auf f4. Das fand ich ein bisschen dubios; und als kurz danach auch sein schwarzfeldriger Läufer durch Abtausch verschwand, sah ich mich in keiner Gefahr mehr. Kurz vor der Zeitkontrolle wurde es nochmal spannend. Er setzte seine Zentrumsbauern in Bewegung und entfachte noch eine unangenehme Initiative. Ein überraschender weißer Bauernzug ließ die schwarze Stellung dann aber plötzlich auseinanderfallen, und während Wolfgang verzweifelt nach einer Lösung suchte - die es wohl nicht mehr gab - fiel seine Klappe.

Enzo sah sich gegen Olaf als klarer Außenseiter und er verriet mir vor der Partie, dass sein Hauptziel sei, "nicht zu blöd auszusehen". Tatsächlich machte er sogar eine hervorragende Figur! Gegen die Pirc-Verteidigung spielte er eine seltene Variante, gegen die Olaf wohl nicht den besten Aufbau fand. Schwarz kam in eine recht passive Stellung und Enzo stand einige Zeit besser. Bei entgegengesetzten Rochaden hatte Weiß mehr Zug, aber doch nichts Zwingendes. Nach über drei Stunden Spielzeit, in denen sich Olaf geduldig und zäh verteidigte, übersah Enzo dann doch einen taktischen Trick, der ihn zuviel Material kostete, und damit war es entschieden.

Die tragische Rolle übernahm diesmal Lea. Sie spielte mit Weiß gegen Steffen sehr schwungvoll nach vorne. Während ihr Königsflügel noch lange im Fast-Urzustand blieb, eroberte sie am Damenflügel enormen Raum (a4-b5-c5-d4-e3). Aus dieser Bauernkette ging ein gedeckter Mehr-Freibauer hervor. Als meine Partie zu Ende war, hatte sie einen gedeckten Freibauern auf c5 und einen Freibauern auf a7, und es sah nach einem klaren weißen Sieg aus. Die Umwandlung schien nur eine Formsache zu sein; Dame schlägt Turm, Gegner schlägt Dame, Bauer wird zur Dame und Weiß hat Turm mehr - so war es geplant. Doch Steffen behielt die Nerven, verteidigte sich ganz cool und zeigte Lea ein schmerzhaftes Loch in ihrem Plan: der Bauer blieb ein Bauer! Mit Turm gegen Dame und Läufer war es dann aussichtsslos und sie musste bald aufgeben.

Die fünfte Partie, Wanja gegen Justin, wird bald nachgeholt.

An der Spitze steht nun nach wie vor ungeschlagen Olaf mit 5 Punkten. Dahinter Marc mit 4, gefolgt von Wolfgang und Justin mit 3 Punkten, wobei Justin noch eine Partie offen hat. Der Kampf um Platz 2 bleibt also spannend.
Noch knapper ist es beim Ratingpreis. Steffen und Joachim haben beide zur Zeit 2 Punkte; Enzo hat einen Punkt, hat aber noch eine Nachholpartie gegen Matthias und kann mit einem Sieg gleichziehen.

Zwei Runden sind noch zu spielen. Das nächste Mal am Montag in zwei Wochen, am 23.01., wieder um 18 Uhr 30 im Broschek.
Bis dann!